

In nahezu allen Prozessen in Molkereien, Brauereien, Lebensmittel- und Pharmabetrieben tragen Druckmesser wesentlich dazu bei, die Effizienz der Prozesse zu gewährleisten, die Qualität der Produkte sicherzustellen, Schäden an Anlagen zu vermeiden...
Hygienische Drucksensoren und Druckmanometer kommen in einer Vielzahl von Applikationen der Lebensmittel- und Pharma-Industrie zum Einsatz.
Anwendungen für hygienische Drucksensoren
Hygienische Druckinstrumente können für unterschiedliche Anwendungen eingesetzt werden:
Prozessdruckmessung:
In vielen Produktionsprozessen oder in CIP/SIP Prozessen kontrollieren Drucksensoren inline die Einhaltung der vorgegebenen positiven oder negativen Druckwerte in Rohren, Leitungen, Prozesstanks, Lagertanks, Bioreaktoren oder anderen Behältern. Drucktransmitter und Manometer mit Schaltausgang können die Abweichung über ein Alarmsignal an die SPS melden, so dass eine automatische, sofortige Reaktion oder Schutzmaßnahme ausgelöst werden kann.
Hydrostatische Füllstandmessung:
Mit Drucksensoren kann der Füllstand in Behältern in höchster Präzision ermittelt und ausgegeben werden, bei denen andere Füllstands-Messtechniken aufgrund von Größe, Bauart, Werkstoffen, Medien oder anderen Gründen nicht möglich oder präzise genug sind.
Hydrostatische Volumenmessung:
Intelligente Drucksensoren mit integrierter Tanklinearisierung können sogar noch einen Schritt weiter gehen: aus der Kombination von Füllstand, Tankgeometrie, Dichtekompensation und Temperaturkompensation kann zu jedem Zeitpunkt und für jedes Medium das Volumen bzw. die Masse in kg, Liter, % direkt und höchste präzise ausgegeben werden.
Differenzdruckmessung:
Durch die Ausstattung mit zwei Sensorstutzen und die parallele Messung von zwei Druckwerten kann der Differenzdruck in einem druckbeaufschlagten Behälter präzise ermittelt werden. Das ermöglicht gleichzeitig die präzise Füllstandmessung und die Überwachung des Kopfdruck in einem Drucktank, wie z.B. einem Fermentertank, einem Steriltank oder einem Saft-Lagertank. Diese digitale Messsystem ist einfach zu installieren, kommt komplett ohne Kapillaren aus, ist zuverlässig und sicher. Damit lassen sich das Kontaminationsrisiko durch Druckabfalls oder eine Nachgärung in der Saftproduktion überwachen.
Bauarten von hygienischen Drucksensoren
Elektronische Drucktransmitter:
arbeiten mit einem internen piezoelektrischen Signalumwandler. Sie können den gemessenen Wert in einem Display anzeigen, an die SPS übertragen oder in der Elektronik-Einheit selbst mit weiteren Messdaten wie z.B. der Temperatur intelligent verarbeiten. Damit steht für jede Anforderung eine Messtechnik mit passende Datenerfassung, -verarbeitung und -übertragung zur Verfügung.
Hygienische Manometer
Durch die spezielle Anderson-Negele Longlife-Technologie sind Messsensibilität und Langlebigkeit spürbar erhöht. Das verschleißfreie mechanische Messsystem stellt über Jahre hinweg eine Messgenauigkeit von bis zu ±0,25% vom Endwert sicher. Die effiziente hydro-mechanische Dämpfung schützt dabei zuverlässig auch bei ausgeprägten Druckstößen. Zudem ist die Membrane für eine hohe Lebensdauer mehrfach mechanisch geschützt, beispielsweise durch hohe Materialgüte von Sensor und Membrane, die kontrollierte Verschweißung durch Fachpersonal in Eigenfertigung und eine zurückgesetzte Position zur Vermeidung von Beschädigungen.
Dank der jederzeit möglichen Zweipunkt-Justierung von Nullpunkt und Endwert wird ein frühzeitiger Austausch vermieden und dadurch die Einsatzdauer deutlich erhöht. Der bereits attraktive Beschaffungspreis wird durch eine längere Standzeit ergänzt und führt zu einer sehr günstigen Cost of Ownership. Für die dauerhafte Praxistauglichkeit sorgen u.a. die robuste Bauweise, die Autoklavierbarkeit, die Oberflächenrauigkeit von Ra ≤ 0,2μm, die CIP-/SIP-Fähigkeit und Temperaturbeständigkeit bis 165°C mit dampfstabilisierter Membran, das rundum hygienische und leicht zu reinigende One-Piece-Design in Schutzart IP66, und die sehr große und leicht ablesbare Anzeige. Die Druckmanometer sind erhältlich in den Durchmessern 63 mm und 90 mm, wobei die sichtbar Anzeige im Verhältnis zur Baugröße die maximale Größe aufweist. Die Skala für die Anzeige des Drucks kann auf den Prozessdruck abgestimmt werden. In der Version des elektronischen Manometers ist der Sensor mit einer hinterleuchteten, leicht erfassbaren LCD-Anzeige ausgestattet.
Durch die Verwendung einer USP Class VI konformen Druckmittlerflüssigkeit ist eine Kontamination durch Membranbeschädigung und daraus resultierendem Kontakt des Mediums mit nicht-sterilen Bauteilen ausgeschlossen. Die hochwertige Ausführung der Edelstahl-Membranen führt zu einer höheren Lebensdauer und deutlich geringerem Frakturrisiko, da sich die Membrane weit weniger stark bewegen muss.
Hygienisches Design / hygienische Materialien
Die Druckmesser bestehen aus hochwertigsten Werkstoffen. Je nach Typ und vorgesehener Applikation kann aus folgenden Materialien und Oberflächen gewählt werden:
Medienberührende Bauteile: Edelstahl 1.4404 (316L) / 1.4435 (316L)
Druckmembran: Edelstahl 1.4404 (316L) / 1.4435 (316L) / C276 Hastelloy / Keramik Al2O3
Oberflächenrauigkeit bis zu Ra≤0,2 μm (elektropoliert)
Speziell für Pharmaanwendungen ist ein 3.1 Materialzeugnis verfügbar.
Durch die extrem robuste und langlebige Bauweise widerstehen die Sensoren auch höchsten mechanischen Beanspruchungen wie Vibrationen und Druckstöße, wie sie in vielen Applikationen in der Praxis immer wieder vorkommen, und stellen dauerhaft die höchste Präzision sicher.
Prozessadaptionen / Einbau
Eine Vielzahl unterschiedlicher Prozessadaptionen sorgen für eine große Flexibilität, was die Einbaumöglichkeit in neue Anlagen und auch das Retrofitting in bestehende Prozesse, Behälter oder Rohre angeht. Neben Drucksensoren mit hygienischem Gewinde, Tri-Clampanschluss oder auch O-Ring Dichtungen, finden sich ebenfalls Varianten, die in Rohrleitungen mit kleinsten Nennweiten ab 1/4“ eingebaut werden können.